Oh nein, ich habe einen Termin…

Jetzt ist es doch glatt passiert. Da hat man einen Termin bei mir für ein Foto Shooting. Und nun zerbricht man sich den Kopf.

Ja, das kennt sicher jeder. Aber ich rede hier nicht von den Fragen zu Kleidung, Location oder gar Makeup. Nein, der Kalender ist gerade völlig überfordert.

Nun realisiert man, dass es ja der Tag ist, wo

  • Oma Kuchen backt
  • die Tante urplötzlich Geburtstag hat
  • man doch arbeiten muss
  • usw.

Aber mein Liebling aller Feststellungen: Können wir es um 2 Stunden nach hinten verschieben? Ich hab ja sonst auch keine Termine. Aber die Begründungen für diese Frage sind noch viel besser. Da reicht es von „Ich schlafe am Wochenende immer lange“ bis hin zu „Ich bin den Abend vorher noch auf Party“.

Man hat es schon nicht einfach als Fotograf. Die schicken Mädels sind halt schick, ohne Frage. Aber oft mache ich dann die Abstriche bei der Planung, Organisation und Willen der zu fotografierenden Personen.

Natürlich lasse ich nicht alles mit mir machen. Immer öfter sage ich dann solche Termine ab, vergebe keine neuen Termine und gebe damit denen die Chance, die wollen und können.

Wer sich mit diesem Text angesprochen fühlt, weiß dann ja was ich meine. Alles hier genannte ist nicht erfunden. Es ist die nackte Wahrheit und leider auch keine Seltenheit.

Aber es stört mich auch nicht mehr. Meine Backup Liste an Shooting Süchtigen ist mittlerweile groß, sehr groß. Ich brauche nur 1-2 WhatsApp verschicken, und der Termin ist neu vergeben.

Mir bleibt dann immer nur noch das Objektiv wieder zurecht zu rücken und weiter zu fotografieren.

Auf fette Fotos – KlimaPic

Thema Narben

Narben sind für immer. Aber nicht immer wollte man sie haben. Ich möchte hier auch nicht über Narben reden, die man auf Grund einer notwendigen OP bekommen hat.

Es geht hier um Narben, die sich Personen zufügen, weil sie es auf Grund einer Krankheit machen. Ja genau, eine Krankheit. Es ist für viele Menschen nicht nachzuvollziehen, was in diesen Menschen vorgeht oder vorging. Nun haben sie aber Narben, körperlich aber auch seelisch.

Wer etwas mehr Informationen haben möchte, kann auf Wikipedia schon einen kleinen Einstieg bekommen. Aber das Thema ist so komplex, das wird nie jemand vollständig in Text verfassen können. Hier der Link zu Wikipedia.

Nun habe ich aber angefangen, diese Narben auch in Shootings zu entdecken. Es ist nicht einfach mal so fotografiert. Man muss den Menschen kennenlernen. Etwas hinter die Kulisse gucken, um einen Ansatz zu verstehen, warum gerade diese Person auch zur Selbstverletzung gegriffen hat. Und es bedarf eine ganz große Portion Vertrauen dazu. Für einige ist es schon fast was intimes, was ganz privates.

In Zukunft werde ich in dieser Galerie immer wieder neue Bilder zeigen und kleine Texte dazu verfassen.

Winter-Portrait

Portraits im Winter benötigen nicht immer Schnee. Mit ein paar Kleidungsstücken kann man einen Look erschaffen, dass der Betrachter denkt, es wäre kalt und winterlich.

Tag und Uhrzeit
Die Wahl des Tages und der Uhrzeit ist gerade im Winter sehr wichtig. Ideal sind Tage mit Sonnenlicht, also weniger Wolken. Ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang sollte man anfangen. Zur Ermittlung von Sonnen Auf- und Untergang nutze ich die App „Sonnen-Info„. Hier kann man Tag und Zeit einstellen und sieht auch gleich noch, aus welcher Richtung die Sonne kommen wird.

Verträumter Ort oder Location
Der Ort sollte sowohl schattige als auch sonnige Bereiche haben, damit man das Sonnenlicht dosieren kann. Waldlichtungen, Parks oder Straßen mit höheren Bebauungen können hier ideal sein. Auch hier hilft die App zur Ermittlung von guten Orten ohne unbedingt erst hinfahren zu müssen.

Die Richtung der Sonne
Da die Sonne im Winter recht tief steht, ist fast direktes Sonnenlicht kein Problem mehr für die Augen. Aber das kann auch von Person zu Person unterschiedlich sein. Versucht doch mal die Person mit schattigem und dann mit einem sonnigen Hintergrund zu fotografieren.

Man kann aber auch die Sonne in den Rücken stellen. Hier kann es hilfreich sein, die Person neben eine helle Wand zu platzieren. Auch ist der Einsatz von Reflektor oder Blitz (möglichst mit Softbox) sind denkbar.

Wenn man gegen die Sonne fotografiert, kann man sich auch einen „Lens flare“ gönnen. Hierzu richtet man das Objektiv so, dass ein wenig Sonnenlicht auf das Glas vom Objektiv kommen kann. Die Dosis probiert man einfach aus.

Arbeiten mit den Kleinen
Wenn man mit Kindern arbeitet ist Schnelligkeit gefragt. Sie agieren so fix, manchmal hatte ich schon an die Serienbildfunktion gedacht. Bei Kindern ist es auch immer Hilfreich, ihnen kleine Aufgaben zu geben. Sie können sich z.B. ein Blatt oder Stock näher betrachten oder auf etwas raus klettern. Wichtig ist, sie sind beschäftigt und langweilen sich nicht.

Wichtiges im Gepäck

  • Decken
  • Warme Getränke
  • Snacks

Thema Begleitung

Gerade beim ersten Shooting wird gerne nach einer Begleitung gefragt. Das sollte generell nie ein Problem sein. Diese Person kann sogar sehr hilfreich sein. Ich hab immer etwas, was diese Person dann machen kann. Den Blitz halten, etwas zurecht rücken. Aber herum sitzen ist nicht.

Nur folgende Dinge darf eine Begleitung niemals machen: ablenken, besser wissen oder sonst irgendwie das Shooting stören.

Jetzt könnte man denken: Ist doch klar!
Leider nicht. Alles genannte sind leider Erfahrungswerte. Tritt so etwas ein, bitte ich die Begleitung, sich entweder korrekt zu verhalten oder sich so weit zu entfernen, dass eine Wiederholung ausgeschlossen werden kann.

Das Model sollte daher vorher mit der Begleitung darüber sprechen.

Auf diesem Bild demonstriert meine Freundin Anja, was eine Aufgabe einer Begleit-Person sein kann: Den Blitz halten.

Tipps zum Thema Location

Oft ist die Location überbewertet. Sicher ist für gewisse Shooting eine aussagekräftige Location Gold wert. Aber genauso kann eine Location von Model stark ablenken. Das sollte möglichst nicht passieren, dann brauche ich ja theoretisch gar kein Model. Eine Location sollte unterstreichen oder das Model farblich oder thematisch unterstreichen.

Auf jeden Fall sollten die Farben vom Model und der Location harmonieren. Auch sollte die Anzahl der Farben gering gehalten werden. Aber auch Linien und Rahmen können auf das Model lenken. Der Goldene Schnitt ist auch oft zitiert und ist sicher ein gutes Mittel ein Bild zu schaffen. Diese Regel darf aber auch gebrochen werden.

In dem hier gezeigten Bild ist der Goldene Schnitt nicht angewendet worden. Dafür leiten Linien zum Gesicht von Anja. Sowohl die Fassade als auch die Punkte der Laternen zeigen in Richtung Gesicht. Die Location selber hatten wir zufällig gefunden.

Aber wie so oft gilt auch hier: Üben, versuchen, ausprobieren.

Tipps für den Einstieg in die Portrait Fotografie

Lange ist es schon her, als ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe. Fast 3 Jahre. Seit dem habe ich mit unzähligen Personen unter den verschiedensten Situationen Portraits fotografiert.

Und immer wieder durchläuft man denselben Prozess. Aber das Ergebnis ist gewollt immer wieder ein neues. Man fängt an all die Tipps und Ratschläge zu kombinieren und gegeneinander auszutauschen. Die Variationsmöglichkeiten sind schier unendlich.

Aber fangen wir mal mit den Tipps zum Thema Portrait an. Diese Tipps machen einen nicht zum Profi, man muss immer noch viel probieren und üben. Womit wir beim ersten Tipp sind.

Gib nicht auf, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Versuche es weiter.

Eines der wichtigsten Dinge in der Fotografie ist immer noch das Licht. Egal ob draußen oder im Studio, das Licht braucht viel Aufmerksamkeit, damit der gewünschte Effekt ins Bild kommt. Auch kann man hier sehr gut verfügbares und künstliches Licht mischen. Manchmal macht es ein anderer Winkel (45Grad ist immer gut geeignet), oder ein anderer Standort, um mehr Stimmung ins Bild zu bekommen. Damit sind wir dann bei Tipp 2.

Versuche verschiedene Standorte von Model und Dir selber zum Licht, spiel auch mit den Winkeln.

Man benötigt nichts Besonderes an Hardware. Mit einem Kit-Objektiv lassen sich ähnlich gute Ergebnisse erzielen, wie mit Festbrennweiten. Sollte man sich hier aber für ein neues Objektiv entscheiden, sollte es schon ein 50mm oder auch ein 85mm Objektiv sein. Dies sind dann auch gleich die Brennweiten, die man bei einem Kid-Objektiv nutzen sollte. Der Grund liegt bei uns Menschen, wir gucken ungefähr mit einer „Brennweite“ von 50mm. Dieses empfinden wir als sehr natürlich. Daher hier der dritte Tipp.

Fotografiere mit einer Brennweite von 50mm um dem Blick des Menschen nachzustellen.

Nun haben wir schon die Technik, das Licht und auch Variationen gesprochen. Nun fehlt noch ein kleiner Punkt, der alles zu Nichte machen kann, wenn er nicht beachtet wird. Der Fokus. Sofern in Eurem Setup die Augen des Models zu sehen sind, solltet Ihr auch auf diese fokussieren. Es ist nicht immer ganz einfach der Kamera das zu entlocken. Mach auch hier wieder mehrere Versuche, mehrere Bilder, um sicherzustellen, dass der Fokus sitzt. Prüft es am Display der Kamera und macht zur Not noch ein paar Aufnahmen mehr. Somit komme ich zu Tipp No. 4.

Setzt den Fokus auf die Augen. Wenn sie nicht zu sehen sind, fokussiert etwas in der Nähe.

Nun hatten wir einige Punkte, die man beachten soll. Wie langweilig, denkt ihr sicher. Aber es gibt auch was, dass Ihr ganz gezielt missachten dürft. Die Regeln. Brecht sie, kehrt sie um. Ob es nun die Drittel-Regel ist, oder was man anschneidet, Kreativität hat keine Regeln oder Grenzen. Es ist ein Bereich in dem man versuchen kann und soll. Wie soll man sich abheben, anders sein, wenn alle dieselben Regeln befolgen. Klar gibt es Situationen, wo sie sicher Sinn machen. Aber genauso kann ein gekonntes brechen von Regeln eine komplett andere Wirkung erzeugen. Damit sind wir dann auch schon beim letzten Tipp.

Regeln brechen ist erlaubt. Den Model und Dir muss es gefallen, was dabei raus kommt.

Ich hoffe, dass der Beitrag Euch etwas helfen kann. Es sind allgemeine Dinge, die schon 1000 mal geschrieben wurden. Nun auch von mir. Wenn Ihr fragen habt, oder als Anfänger in diesem Bereich mal Live dabei sein wollt, schreibt mich einfach an. Per e-Mail, oder auf Facebook. Ganz egal, Antwort ist garantiert.

Das erste Shooting

Ich arbeite gerne mit Newcommern. Nicht weil die Unerfahrenheit mich reizt. Nein, es ist der Ausdruck, den diese neuen Gesichter mitbringen. Er ist natürlich und unverfälscht. Das macht sich in den Bildern sofort bemerkbar.

Klar ist es auch immer wieder eine Herausforderung, die ich aber gerne auf mich nehme. Die Ergebnisse belohnen mich und das Model dafür.
Aber was bedeutet es für das Model, das zum ersten mal vor der Kamera steht? Es sind die verschiedensten Eindrücke, die beim ersten Shooting wirken. Da ist der Fotograf, eine meist unbekannte Person. Die Situation „Shooting“, die man noch nicht kennt. Auch ist die Location evtl ungewöhnlich,  oder gar mit fremden Personen gefüllt.
Oft dauert es 15 bis 30 Minuten,  bis man in der Situation angekommen ist. Diese Zeit gilt es zu überwinden.  Ist das geschafft,  ist der Rest fast ein Kinderspiel. Das haben mir bisher alle bestätigen können. Man muss sich nur den ersten Ruck geben.

Man muss auch nicht viel können, viele Dinge erlernt man schnell nebenher. Klar ist ein wenig Vorstellungskraft und eine Priese Talent immer von Vorteil.  Aber es geht auch ganz ohne.

Das Shooting selbst läuft eigentlich auch immer locker bis spaßig ab. Ich versuche immer zu kommunizieren, zeige oft die Bilder, gehe auf Ideen oder Anregungen ein. Oft läuft ein Shooting ganz anders ab, als man es sich vorgestellt hat. Spontan ändert man auch mal die Idee, findet andere und interessante Orte. Aber am Ende hat man genügend Fotos gemacht und kann zufrieden heim gehen.

Die Vorbereitungen sind auch nicht so dramatisch.  Man sollte natürlich fit und ausgeschlafen sein. Eine Party am Tag vorher wird man auf den Bildern ganz sicher sehen. Was Kleidung und ggf Makeup angeht, wird das immer vorher besprochen.

Meist dauert das erste Shooting auch nicht sehr lange 1-2 Stunden inklusive einer kurzen Vor- und Nachbesprechung. Auch spricht man dann noch ein paar Bilder durch. Seit neuestem kann man sich bei mir auch ein Bild aussuchen, dass ich dann noch vor Ort per Mail oder WhatsApp verschicke. So hat man gleich was zum Zeigen.

Nach dem Shooting stelle ich dann die Bilder in einer Vorschau bereit. Hier kann man sich dann Bilder aussuchen. Alles weitere werde ich dann im nächsten Beitrag erzählen.